AKTUELLES THEMA

 

*Die Wahrheit geht manchmal unter, aber sie ertrinkt nicht.*

 

Auch und gerade als private Initiative haben wir nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht uns öffentlich zu gewissen gesellschaftlichen Themen und über Tendenzen zum Thema HIV oder AIDS zu äussern.

 

Jeden Monat publizieren wir auf dieser Seite ein Thema, dass uns besonders bewegt hat oder welches wir besonders interessant fanden, um es hier zu veröffentlichen. Wir bedanken uns auch bei den Leuten, die uns hin und wieder mit einem interessanten Beitrag oder einem interessanten Tipp behilflich sind. Solltest auch Du einen wert- oder sinnvollen Beitrag beisteuern können: immer her damit !

 

D I E  N E U E  S O L I C A R D  D E R  A I D S H I L F E  K Ö L N  E. V.

 

 

Autor: Mike Schwarz

Ausgestellt wird die SoliCard der Aidshilfe Köln e.V. [AHK] seit dem 01.04.2012 nur noch für Personen:
1.] Die im Rahmen des ambulant betreuten Wohnens und der psychosozialen Begleitung beraten werden.
2.] Die regelmäßig an Gruppen teilnehmen und weniger als 800 Euro pro Monat verdienen.
3.] Die sich regelmäßig ehrenamtlich für die Aidshilfe Köln engagieren.

e-HIV ...Hilfe von unten fordert die AHK hiermit auf:
Grundsätzlich ausgestellt werden soll die SoliCard für alle Bezieher von Hartz IV, Grundsicherung nach SGB II und XII, Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 70 %, Personen mit dem HIV-Status positiv und Rentner die weniger als 1.200 Euro pro Monat verdienen [nachfolgend: Betroffene genannt].

Gegenargumentationen:
Zu 1.] Die allermeisten Betroffenen leben in keiner der ambulant betreuten Wohnprojekte [Jean- Claude-Letist-Haus, Wohnprojekt Sandweg und Lebenshaus] der AHK. Diese Einrichtungen wurden und werden überwiegend mit öffentlichen Mitteln finanziert! Die allerwenigsten Betroffenen benötigen und wünschen eine psychosoziale Begleitung durch die AHK! Für jeden Betreuungsvertrag erhält die AHK zusätzliche öffentliche Gelder in uns unbekannter Höhe!

Zu 2.] Zur regelmäßigen Teilnahme an Gruppenangeboten lassen sich Betroffene mit dieser Maßnahme nicht zwingen! Von der Gruppe schwuler, positiver Männer werden Betroffene über 30 Jahre ausgeschlossen! Andere Gruppenangebote [Coachinggruppe, Frauentreff, positHIV & Hetero, schwule Männer ab 30 mit HIV] kommen für die meisten Betroffenen nicht in Frage!   Einen Teil dieser Veranstaltungen wird auch nicht von der AHK, sondern in Kooperation mit dem Paritätischen Bildungswerk durchgeführt! Das Lebenshaus hat derzeit gar keine Bewohner mehr!

Zu 3.] Eine ehrenamtliche Tätigkeit kommt für Betroffene aus persönlichen und/oder gesundheitlichen Gründen nicht in Frage.  Die Spendengelder dienen überwiegend der Finanzierung des enormen Verwaltungsapparates der AHK und kommen in Wahrheit den wirklich Betroffenen in keinster Weise zugute!

Hierzu einige Fakten:
Das der AHK angegliederte Regenbogencafé HIVissimo wird finanziell unterstützt von der: ARGE Köln, Stadt Köln, Deutscher AIDS-Stiftung, Bezirksvertretung Innenstadt, Familie-Ernst-Wendt-Stiftung und durch Spenden [www.aidshilfe-koeln.de/index.php?id=20]. Hinzu kommen kostenlose Lieferungen von Lebensmitteln durch die Kölner Tafel e.V. Der Preis für ein stark subventioniertes Mittagsessen könnte rechnerisch für Betroffene meines Erachtens nach sogar noch bei deutlich unter 3,00 Euro angesiedelt werden, zumal ein Großteil der anfallenden Arbeiten von Ein-Euro-Jobbern erledigt wird.

Die AHK behauptet auf Ihrer eigenen Internetpräsenz ferner, dass der Mittagstisch für Betroffene im Regenbogencafé einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung für Menschen mit HIV und Aids leisten würde. Fakt ist, dass durch die neuen Bedingungen für den Erhalt der neuen SoliCard für das Mittagsessen nunmehr satte 4,50 Euro verlangt werden [bis 06/11 waren es noch 2,50 Euro/Preiserhöhung = 80 %]. Ist der Betroffene dazu finanziell nicht in der Lage, wird er mit dieser Maßnahme ausgegrenzt, diskriminiert und verliert damit seine über Jahre aufgebauten sozialen Kontakte! Und wo bleibt da die gepriesene Unterstützung?

Die Aidshilfe Bochum bietet zum Beispiel jeden Freitag einen traditionellen Mittagstisch für nur 0,50 Euro an. Das GULLIVER, ein Projekt des Kölner Arbeitslosenzentrum e.V. [KALZ] bietet ein Mittagsessen für nur 2,00 Euro an. Das Kölner Lobby-Restaurant [LoRe] verlangt von sozial Schwachen für ein Mittagsessen als 3- Gänge-Menü gleichfalls 2,00 Euro an und im Vringstreff im Severinsviertel kostet das Mittagsessen nur 2,20 Euro! Womit rechtfertig eigentlich die AHK den Preis für eine Mahlzeit in Höhe von 4,50 Euro? Hier liegt die Vermutung nahe, dass Betroffene ihren Beitrag zur Finanzierung der Verwaltungs- und Betriebskosten der AHK leisten sollen, die mit dem eigentlichen Betrieb des Regenbogencafés wenig zu tun haben!

Unsere Forderungen an die AHK lauten:
Die SoliCard für alle Betroffenen auszustellen!
Die Wahl einer Betroffenen-Vertretung!
Die Angebote des Regenbogencafés zu erweitern!
Mehr Einbeziehung von Ehrenamtlern und Betroffenen!

Meinen diesbezüglich Protest habe ich an meinem eigenen Fallbeispiel per Einschreiben mit Rückschein dem Vorstand der AHK mit Datum vom 30.04.2012 zukommen lassen. Darüber hinaus haben in der Zeit vom 20.04. - 05.05. 234 Frauen und Männer mit Ihrer Unterschrift gegen die neuen Bedingungen der SoliCard bei der von mir durchgeführten Unterschriftenaktion protestiert und damit auch ihre Solidarität mit den Betroffenen bekundet! Auf das mir mit Datum vom 08.05. zugegangene Antwortschreiben der AHK werde ich mit Sicherheit bei der nächsten Ausgabe der aktuellen Themen auf dieser Homepage ausführlich eingehen.

Bitte beteilige auch Du Dich an diesem Protest im Sinne aller Betroffener, mit einem Beitrag in unserem Forum und unterstütze damit unsere Forderungen.

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